Kategorie: Informationen

Über die Angst siegen, Beispiel Flugangst

Montag, 1. September 2008

Audio: Über die Angst siegen – Beispiel Flugangst

Endlich Sommerferien, endlich Urlaub! Viele Deutschen steigen jetzt ins Flugzeug und düsen in Richtung Süden. Allerdings ist das Fliegen nicht jedermanns Sache, denn viele Menschen haben Flugangst. Wir haben uns einmal auf der Straße umgehört, wie wohl sich die Passanten im Flugzeug fühlen:

“Ich habe keine Flugangst…also, ich habe absolute Flugangst und fliege wirklich nicht gerne. Einfach die Enge, dieses Zusammengedrängte und irgendwo – ich flieg nicht gerne…ich habe halt Angst: Schwitzen, Herzrasen, schlecht, schwindlig – alles”

Die Apotheken Umschau hat zu diesem Thema auch eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Chefredakteur Hans Haltmeier erklärt, wie stark die Flugangst in Deutschland verbreitet ist:

“Unsere Umfrage hat ergeben, dass etwa jeder Neunte sich im Flugzeug ziemlich unwohl fühlt und viele davon sind deswegen überhaupt noch nie in ein Flugzeug gestiegen. Nur ein Drittel fühlt sich dagegen völlig entspannt in einem Flugzeug.”

Generell gehören Ängste zum Leben dazu, sagt Haltmeier. Kritisch werde es aber, wenn sich eine Phobie entwickelt, zum Beispiel die Angst vorm Fliegen, vor Spinnen oder vor offenen Plätzen.

“Dann sollte man sich wirklich professionelle Hilfe holen, zum Beispiel beim Psychotherapeuten. Viele dieser Ängste kann man ja mit einer guten Therapie durchaus in den Griff bekommen.”

Bei Angststörungen hat sich die kognitive Verhaltenstherapie bewährt – zum Teil unterstützt durch angstlösende Medikamente, die nicht abhängig machen. Diese Therapie wird zum Beispiel bei Patienten mit Höhenangst eingesetzt:

“Bei dieser Therapie geht der Therapeut mit dem Patienten in ein Hochhaus, fährt hoch, geht auf den Balkon und zeigt dem Patienten auf diese Weise, dass er die Situation gut bewältigen kann. Die körperlichen Reaktionen wie Übelkeit oder Herzrasen nimmt der Patient dann bei dieser Therapie als normale Reaktion wahr.”

Mehr Informationen zum Thema plus Adressen von therapeutischen Einrichtungen, Studienzentren und Selbsthilfegruppen sind in der aktuellen Juli-B-Ausgabe der Apotheken Umschau zu finden.

Quelle: ots

Soziale Phobie

Samstag, 2. August 2008

Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können. Sie fürchten, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt. Begleitet wird die Angst oft durch körperliche Symptome wie Erröten (Erythrophobie), Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Verkrampfung, Sprechhemmung, Schwindelgefühle, Kopf- und Magenschmerzen oder Panikgefühlen.

Um all dies zu vermeiden, gehen Menschen mit sozialen Ängsten Situationen, in denen sie der Bewertung durch andere ausgesetzt sind, oft von vornherein aus dem Weg, was ein berufliches und privates Weiterkommen sehr erschweren und mitunter zu vollkommener sozialer Isolation führen kann. Diese Störung kann über einen langen Zeitraum anhalten, und viele Betroffene erkranken noch zusätzlich an einer Depression oder werden abhängig von Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen/Medikamenten, die hilfreich sind, die Symptome zu überdecken oder zu verdrängen.

Experten differenzieren vier Formen sozialer Ängste:

  • Leistungsangst
  • Kontaktangst
  • Behauptungsangst
  • Beobachtungsangst

Nach Schätzungen leiden zwischen 2 und 8 Prozent der Bevölkerung unter sozialen Ängsten, nach neueren Untersuchung sollen sogar 10% der Deutschen davon betroffen sein. Exakte Angaben sind jedoch schwer zu treffen, da sich soziale Phobien in ihrer Ausprägung sehr stark unterscheiden können und insbesondere der Übergang von Schüchternheit zur sozialen Phobie schwer zu bestimmen ist. Soziale Angst darf zudem nicht mit sozialen Defiziten verwechselt werden, obwohl die soziale Phobie aus sozialen Defiziten entstehen kann (oder auch erst zu diesen führen kann). Soziale Ängste oder Phobien können psychisch stabile wie instabile, gut wie schlecht aussehende, extro- wie introvertierte Menschen treffen. In Behandlung befinden sich etwa gleich viele Männer wie Frauen, allerdings könnten in der Realität mehr Männer betroffen sein, was mitunter mit einem für die männliche Geschlechtsrolle spezifischen, stärkeren Druck, selbstsicher zu wirken, erklärt wird.

Eng umschriebene Sozialphobien, zum Beispiel nur Furcht vor öffentlichem Sprechen und Essen, sind eher selten. Am häufigsten ist die allgemeine Sozialphobie vor den meisten Aktivitäten im zwischenmenschlichen Bereich wie an Partys oder Familienfesten teilzunehmen, anderen zu schreiben, neue Kontakte zu knüpfen (insbesondere zum anderen Geschlecht) oder eine Unterhaltung mit dem Chef, den Kollegen und selbst mit Nahestehenden zu führen.