Audio: Über die Angst siegen – Beispiel Flugangst

Endlich Sommerferien, endlich Urlaub! Viele Deutschen steigen jetzt ins Flugzeug und düsen in Richtung Süden. Allerdings ist das Fliegen nicht jedermanns Sache, denn viele Menschen haben Flugangst. Wir haben uns einmal auf der Straße umgehört, wie wohl sich die Passanten im Flugzeug fühlen:

“Ich habe keine Flugangst…also, ich habe absolute Flugangst und fliege wirklich nicht gerne. Einfach die Enge, dieses Zusammengedrängte und irgendwo – ich flieg nicht gerne…ich habe halt Angst: Schwitzen, Herzrasen, schlecht, schwindlig – alles”

Die Apotheken Umschau hat zu diesem Thema auch eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Chefredakteur Hans Haltmeier erklärt, wie stark die Flugangst in Deutschland verbreitet ist:

“Unsere Umfrage hat ergeben, dass etwa jeder Neunte sich im Flugzeug ziemlich unwohl fühlt und viele davon sind deswegen überhaupt noch nie in ein Flugzeug gestiegen. Nur ein Drittel fühlt sich dagegen völlig entspannt in einem Flugzeug.”

Generell gehören Ängste zum Leben dazu, sagt Haltmeier. Kritisch werde es aber, wenn sich eine Phobie entwickelt, zum Beispiel die Angst vorm Fliegen, vor Spinnen oder vor offenen Plätzen.

“Dann sollte man sich wirklich professionelle Hilfe holen, zum Beispiel beim Psychotherapeuten. Viele dieser Ängste kann man ja mit einer guten Therapie durchaus in den Griff bekommen.”

Bei Angststörungen hat sich die kognitive Verhaltenstherapie bewährt – zum Teil unterstützt durch angstlösende Medikamente, die nicht abhängig machen. Diese Therapie wird zum Beispiel bei Patienten mit Höhenangst eingesetzt:

“Bei dieser Therapie geht der Therapeut mit dem Patienten in ein Hochhaus, fährt hoch, geht auf den Balkon und zeigt dem Patienten auf diese Weise, dass er die Situation gut bewältigen kann. Die körperlichen Reaktionen wie Übelkeit oder Herzrasen nimmt der Patient dann bei dieser Therapie als normale Reaktion wahr.”

Mehr Informationen zum Thema plus Adressen von therapeutischen Einrichtungen, Studienzentren und Selbsthilfegruppen sind in der aktuellen Juli-B-Ausgabe der Apotheken Umschau zu finden.

Quelle: ots

Jeanette Biedermann, eine der vielseitigsten und erfolgreichsten deutschen Solokünstlerinnen, ist am 26. August 2008 zu Gast bei AKTE 08. Die Schauspielerin spricht mit Ulrich Meyer über ihre Rolle in der neuen Sat.1-Telenovela “Anna und die Liebe” (Start: 25.8.2008, Mo-Fr, 19.00 Uhr) und in diesem Zusammenhang über eine der häufigsten Angststörungen überhaupt: Die soziale Phobie.

Jeanette Biedermann spielt in der Sat.1-Telenovela das “schüchternste Mädchen der Welt”, das genau mit dem Problem der Sozialphobie zu kämpfen hat: “Ich muss mich anders bewegen und andere Gesten einüben, um Annas Sozialphobie glaubwürdig zu spielen. Leute, die an diesem übrigens ziemlich verbreiteten Problem leiden, sind so schüchtern, dass sie sich dadurch selbst extrem behindern, was Beruf und Privatleben anbelangt. In den schlimmsten Fällen kann das bis zur Psychose und Existenzverlust führen”, so die Schauspielerin über ihre Rolle.

In der Tat gilt die soziale Phobie nach Alkoholabhängigkeit und Depression als die dritthäufigste psychische Störung überhaupt. Experten vermuten, dass zwei Millionen Deutsche akut behandelt werden müssten, jeder zehnte Bundesbürger sei mindestens einmal im Leben davon betroffen.

Ulrich Meyer im Gespräch mit Jeanette Biedermann in AKTE 08 am 26. August 2008, 22.20 Uhr in Sat.1

Quelle: ots

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Ob Prüfungsangst oder Angst davor, öffentlich reden zu müssen, ob Angst vor Blamage oder Angst, andere Menschen anzusprechen: All diese Phänomene fassen Psychologen unter dem Begriff soziale Phobie zusammen. Davon betroffen sind bis zu 15 Prozent der gesamten Bevölkerung. Fast jeder kennt jemanden, der in irgendeiner Form unter sozialen Ängsten leidet. Die Konfrontation mit der gefürchteten Situation oder auch schon allein der Gedanke daran, löst bei den Betroffenen Angst aus, die sich bis zur Panik, begleitet von Herzrasen, Schwindelanfällen, heftigem Erröten, Schweißausbrüchen usw. steigern kann. Oft wird dann alles getan, um die angstauslösenden Situationen zu meiden. Viele der Betroffenen scheuen den Weg zum Arzt oder zum Psychologen, und das obwohl gerade die soziale Phobie sehr gut therapierbar ist. Dabei gilt grundsätzlich: je früher therapiert wird, umso größer die Chance, die Angst in den Griff zu bekommen.

Bundesweit gibt es den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbund sopho-net, der die soziale Phobie und vor allem die Therapiemöglichkeiten erforscht. Die TU Dresden ist neben sechs anderen Universitätseinrichtungen an sopho-net beteiligt. Langfristiges Ziel des Forschungsprojektes ist es, nicht für jeden Patienten eine, sondern seine Therapie zu finden. Es geht als unter anderem darum, Kriterien zu finden, damit in Zukunft jeder Patient die für ihn optimale Therapie bekommen kann: Es gibt verschiedene Therapieverfahren (vor allem bekannt sind die kognitive Verhaltenstherapie und die psychodynamische Kurzzeitpsychotherapie), aber nicht jede Therapie passt zu jedem Patienten. Wie findet man schnell heraus, welche Form der Behandlung für welchen Patienten die erfolgversprechende ist? Unter Leitung von Professor Jürgen Hoyer, Leiter der Institutsambulanz und Tagesklinik des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie, wird an der TU Dresden zur Zeit genau an dieser Fragestellung geforscht. Dabei gehen Therapie und Forschung Hand in Hand.

Wer selbst an einer sozialen Phobie leidet, kann sich direkt bei den Psychologen der TU Dresden melden: Tel. 0351 463-36956 oder per E-Mail: sophonet@psychologie.tu-dresden.de . Alle Interessenten werden in das Therapieprogramm aufgenommen oder werden über alternative Behandlungsmöglichkeiten beraten. Die Behandlung, welche wissenschaftlich begleitet wird, umfasst 25 Sitzungen. Die Teilnahme an Diagnostik und Therapie ist kostenfrei bzw. wird von Krankenkassen bezahlt.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)

Teilnehmer in Mainz können sich an zwei Ambulanzen wenden (Mainz, 19. April 2007, lei) Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das Universitätsklinikum nehmen mit zwei Einrichtungen an einem groß angelegten Forschungsprojekt zur Untersuchung und Therapie der sozialen Phobie teil. Bei der sozialen Phobie handelt es sich um eine Angststörung, die ungefähr 15 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens entwickeln. Ohne Behandlung ist der Verlauf oft chronisch. Durch Psychotherapie ist die soziale Angst jedoch sehr gut behandelbar. Der Forschungsverbund “Sopho-Net” ist ein Zusammenschluss mehrerer Universitätseinrichtungen, der mit finanzieller Förderung des Bundes die Erforschung der sozialen Phobie und eine Verbesserung der Behandlung zum Ziel hat. Das Projekt ist im ersten Abschnitt zunächst auf drei Jahre angelegt. An der Johannes Gutenberg-Universität sind daran die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Manfred E. Beutel und die Poliklinische Institutsambulanz für Psychotherapie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hiller beteiligt.

Menschen mit sozialen Ängsten vermeiden es, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Sie erleben sich im Umgang mit anderen Menschen als deutlich gehemmt oder befangen oder haben den Eindruck, durch Leistungsdruck stärker beeinträchtigt zu sein als andere. In den gefürchteten Situationen oder auch schon beim Gedanken daran treten Ängste auf, die sich bis zur Panik steigern können. Häufig gehen damit körperliche Symptome wie zum Beispiel Zittern, Erröten, Schwitzen, Magen- oder Darmprobleme einher. Die Betroffenen versuchen, die gefürchteten Situationen möglichst zu vermeiden – oder ertragen sie mit einem starken Unbehagen. Diese als “soziale Angst” oder “soziale Phobie” bezeichnete Erkrankung ist vergleichsweise häufig: Etwa 15 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen entwickeln irgendwann in ihrem Leben eine Angststörung.

Der Forschungsverbund zur Psychotherapie der sozialen Phobie “Sopho-Net” will dazu beitragen, die Erkrankung besser zu erkennen und die Behandlung zu optimieren. Insbesondere sollen zwei bereits etablierte Therapieverfahren miteinander verglichen werden. Es haben sich dazu verschiedene Universitätseinrichtungen in Bochum, Dortmund, Dresden, Erfurt, Göttingen, Jena, Leipzig und Mainz zusammengeschlossen. Im Rahmen des Forschungsprojektes erhalten Betroffene, die an der Studie teilnehmen, die Möglichkeit einer qualifizierten Kurzzeitbehandlung im Rahmen von 25 Stunden. Erfahrene und speziell geschulte Therapeuten werden dabei wissenschaftlich überprüfte und wirksame Therapieverfahren einsetzen. Neben einer ausführlichen Diagnostik zu Beginn der Behandlung werden auch die Therapie und der weitere Verlauf wissenschaftlich begleitet.

Mit der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie verfügt die Johannes Gutenberg-Universität über zwei Einrichtungen, die sich aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung bestens für die Teilnahme an dem Projekt qualifizieren und den Betroffenen als kompetenter Partner bei der Bewältigung der Erkrankung zur Verfügung stehen. “Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie sind die am weitesten verbreiteten und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit am besten untersuchten Psychotherapieverfahren, die sich auch bei Angststörungen als hilfreich erwiesen haben”, erläutert Univ.-Prof. Manfred E. Beutel. “Wir können heute davon ausgehen, dass in den meisten Fällen die soziale Phobie bereits durch eine Kurzzeittherapie mit 25 Stunden geheilt oder zumindest erheblich gebessert werden kann”, führt Univ.-Prof. Wolfgang Hiller aus.

“Vermeiden Sie es im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen? Erleben Sie sich im Umgang mit anderen Menschen als deutlich gehemmt und befangen? Haben Sie den Eindruck, dass Sie durch Leistungsdruck stärker beeinträchtigt werden als andere?” Wer eine dieser Fragen mit “ja” beantwortet, könnte an sozialer Angst leiden. Betroffene können sich Klarheit darüber verschaffen, ob sie einfach sensibler sind als andere oder ob sie an einer behandelbaren Störung leiden, indem sie an der Untersuchung von “Sopho-Net” teilnehmen. Die beiden Einrichtungen in Mainz versuchen, Termine für Erstgespräche mit möglichst kurzer Wartezeit zu vereinbaren. Interessenten wenden sich an die Ambulanz der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Tel. 06131 17-2999, oder an die Institutsambulanz für Psychotherapie der Universität Mainz, Tel. 06131-39-24621.

Kontakt und Informationen:
Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel und Dr. Jörg Wiltink
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Mainz
Tel. 06131 17-2999
E-Mail: wiltink@psychosomatik.klinik.uni-mainz.de

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hiller und Dipl.-Psych. Anna Dietrich
Poliklinische Institutsambulanz für Psychotherapie der Universität Mainz
Tel. 06131 39-24621
E-Mail: ambulanz.psychotherapie@uni-mainz.de
Weitere Informationen: http://www.sopho-net.de/

(19.04.2007, (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Soziale Phobie

2. August 2008

Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können. Sie fürchten, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt. Begleitet wird die Angst oft durch körperliche Symptome wie Erröten (Erythrophobie), Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Verkrampfung, Sprechhemmung, Schwindelgefühle, Kopf- und Magenschmerzen oder Panikgefühlen.

Um all dies zu vermeiden, gehen Menschen mit sozialen Ängsten Situationen, in denen sie der Bewertung durch andere ausgesetzt sind, oft von vornherein aus dem Weg, was ein berufliches und privates Weiterkommen sehr erschweren und mitunter zu vollkommener sozialer Isolation führen kann. Diese Störung kann über einen langen Zeitraum anhalten, und viele Betroffene erkranken noch zusätzlich an einer Depression oder werden abhängig von Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen/Medikamenten, die hilfreich sind, die Symptome zu überdecken oder zu verdrängen.

Experten differenzieren vier Formen sozialer Ängste:

  • Leistungsangst
  • Kontaktangst
  • Behauptungsangst
  • Beobachtungsangst

Nach Schätzungen leiden zwischen 2 und 8 Prozent der Bevölkerung unter sozialen Ängsten, nach neueren Untersuchung sollen sogar 10% der Deutschen davon betroffen sein. Exakte Angaben sind jedoch schwer zu treffen, da sich soziale Phobien in ihrer Ausprägung sehr stark unterscheiden können und insbesondere der Übergang von Schüchternheit zur sozialen Phobie schwer zu bestimmen ist. Soziale Angst darf zudem nicht mit sozialen Defiziten verwechselt werden, obwohl die soziale Phobie aus sozialen Defiziten entstehen kann (oder auch erst zu diesen führen kann). Soziale Ängste oder Phobien können psychisch stabile wie instabile, gut wie schlecht aussehende, extro- wie introvertierte Menschen treffen. In Behandlung befinden sich etwa gleich viele Männer wie Frauen, allerdings könnten in der Realität mehr Männer betroffen sein, was mitunter mit einem für die männliche Geschlechtsrolle spezifischen, stärkeren Druck, selbstsicher zu wirken, erklärt wird.

Eng umschriebene Sozialphobien, zum Beispiel nur Furcht vor öffentlichem Sprechen und Essen, sind eher selten. Am häufigsten ist die allgemeine Sozialphobie vor den meisten Aktivitäten im zwischenmenschlichen Bereich wie an Partys oder Familienfesten teilzunehmen, anderen zu schreiben, neue Kontakte zu knüpfen (insbesondere zum anderen Geschlecht) oder eine Unterhaltung mit dem Chef, den Kollegen und selbst mit Nahestehenden zu führen.